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Asmat

Asmat - Kultur und Tradition

Asmat
I am Asmat, Papua © Ani Sekarningsih
Die zirka 65.000 Asmat in den Sümpfe der Provinz Irian Jaya stammen von der Urbevölkerung Papuas ab. Sie leben in Dörfern mit 35 bis 2000 Einwohnern. Noch bis 1950, als Fremde in größerer Anzahl eintrafen, waren Kriege, Kopfjäger und Kannibalismus ein Teil des Alltags. Die Häuser wurden an Biegungen der Flüsse gebaut, so dass Angriffe eines Feindes frühzeitig erkannt werden konnten. Häuser in Kütennähe wurden noch im 20. Jahrhundert generell auf Pfählen erbaut, welche zwei oder mehr Meter hoch waren, um das Gebäude vor der täglichen Flut und dem damit verbundenen Anschwellen des Brackwassers der Flüsse zu schützen. In den Ausläufern des Jayawijaya Gebirges leben die Asmat in Baumhäusern, die zwischen 5 und 25 Meter über dem Boden liegen. In einigen Gegenden bauten sie auch Aussichtstürme auf Bäumen, welche bis zu 30m über dem Boden liegen.


Die Asmat sind primitive Jäger und Sammler, welche von einem stärkehaltigen Brei der Sago Palme leben, Larven sammeln, fischen und gelegentlich wilde Schweine, Kasuare (Vögel), oder Krokodile erlegen. Seit die Asmat Kontakt zu Missionaren und Sozialarbeitern der Regierung hatten, ist die Bevölkerung ständig angestiegen. Trotzdem bietet der Wald mehr als genug Nahrung. Gemäß dem Anthropologen Tobias Schneebaum, haben manche Asmat gelernt kleine Gemüsebeete mit Bohnen anzubauen, andere halten die Nachkommen von importierten Hähnern. Aufgrund der Einführung eines, wenn auch limitierten, Geldsystems, durch den Verkauf von Baumstämmen an die Holzindustrie und von Schnitzereien an Fremde, erachten viele Asmat nun Nahrungsmittel wie Reis und Fisch aus Dosen als notwendig. Die meisten sind es nun gewohnt westliche Kleidung zu tragen und Metallwerkzeuge zu verwenden. Die Asmat glauben, dass alle Toten, außer den sehr alten und den sehr jungen, aufgrund von Böswilligkeit umkommen. Entweder durch Magie oder durch physische Einwirkung. Ihr Stammesgeist verlangt Rache für diese Toten. Sie fühlen sich gegenüber ihren Vorfahren verpflichtet, die sie in spektakulären Holzschnitzereien auf Kanus, Schildern und an Holzpfählen abbilden. Bis in das späte 20. Jahrhundert hinein war unter jungen Männern üblich, ihre Manneskraft und ihre Verpflichtung gegenüber ihrer Sippe und ihren Vorfahren, zu beweisen, indem sie einen Feind käpften und den Körper allen Mitgliedern der Dorfgemeinschaft zum Kannibalismus anboten.

Obwohl die erste holländische Kolonialstation im Asmat Gebiet erst im Jahre 1938 errichtet wurde und die katholische Missionierung ihre Arbeit erst 1958 aufnahm, stieg die Geschwindigkeit der Veränderungen in dieser abgelegenen Gegend nach 1960 stark an. Viele Asmat wurden in den frühen 1990er Jahren an Indonesiens Schulen eingeschrieben und konvertierten zum Christentum. Die großen Holz- und Ölunternehmen weiteten ihre Aktivitäten in der Region aus, die zerbrechliche Umwelt der tief liegenden Mangrovenwälder wurden von industriellen Abfällen und Bodenerosion in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl die Asmat einiges an nationaler und internationaler Anerkennung für ihr Kunsthandwerk erhielten, hat ihr Ruhm nicht dazu geführt, dass sie einen signifikanten Einfluss auf Regierungsentscheidungen hätten, welche die Landnutzung im Asmat Territoriums betreffen.




Written by The Library of Congress - Country Studies

Data as of November 1992

Übersetzt von Reinhard Kuchenbäcker

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