Dayak

Dayak - Kultur und Tradition

Dayak
Dayak child © Bambang W, Courtesy of Ministry of Culture & Tourism, Republic of Indonesia
Eine weitere ethnische Minderheit, welche in den 1980er Jahren um Anerkennung kämpfte, sind die Menschen von Süd-Kalimantan. In der Vergangenheit wurden die Völker im Hinterland der großen Insel von Außenstehenden kollektiv als Dayak bezeichnet. Unter den Dayak gibt es die Ngaju Dayak, Maanyan und Lawangan. Obwohl sie traditionell in Langhäusern leben, welche als wichtiger Schutz gegen Angriffe von Sklavenhändlern und anderer Völker der Region dienten, bilden die Dayak keine Gemeinschaften. Sie erkennen die mütterlichen und die väterlichen Verwandtschaftsverhältnisse an und die Basis für Besitz und Sozialverhalten ist der engere Kreis der Familie. Normalerweise sind sie Protestanten oder gehören dem Kaharingan Glauben an, eine Form der einheimischen religiösen Praktiken, welche von der Regierung als Hinduismus angesehen wird.  Die Dayak leben von Brandrodung und Ackerbau und verfügen über sehr komplizierte Beerdigungszeremonien, bei denen Knochen für eine zweite Beerdingung exhumiert werden. Einige Menschen der Region praktizieren die Kaharingan Religion. Diese hat eine positive Wirkung auf die Menschen, indem sie die weit verstreuten Bauern zu einer Gemeinschaft werden lässt, wenn diese von Zeit zu Zeit für religiöse Rituale zusammenkommen. Bei diesen Ritualen gibt es weder einen Anführer noch einen bestimmten Ablauf. Bestimmte Zeremonien können auch im Haus des Sponsors abgehalten werden. Schamanische Heilungen, oder Balian, sind eine der Hauptgegenstände dieser Rituale. Derartige Heilungen werden oft notwendig, wenn jemand seine Seele verloren hat und daraufhin krank wurde. Der Fokus der Religion ist daher der Körper des Menschen. Krankheiten stellen sich ein, wenn jemand einen der vielen Geister beleidigt, die in der Erde und auf den Feldern leben. Meistens dann, wenn jemand vergessen hat entsprechende Opfergaben darzubringen. Das Ziel des Balian ist es, die eigensinnige Seele zurückzurufen und die das Wohl der Gemeinschaft durch Trance und Tanz wieder herzustellen.


Seit neuestem wird die Legitimation von Kaharingan und der dazugehörigen Praktiken als Religion anerkannt, was den Höhepunkt einer langen Geschichte des Kampfes für Autonomie darstellt. An der südlichen Küsten von Kalimantan dominieren schon seit langem die politisch und zahlenmäßig überlegenen Muslime des Volkes der Banjarese. Anhänger der Christen und der Kaharingan aus dem zentralen Hinterland forderten 1953 die politischer Anerkennung eines großen Dayak Territoriums. Als diese Versuche scheiterten, brach 1956 eine Rebellion zwischen den Religionen aus, welche letztendlich zur Gründung der neuen Provinz Kalimantan Tengah im Mai 1957 führte.


Ein gescheiterter Putsch im Jahr 1965 zeigt die Zerbrechlichkeit dieser Unabhängigkeit. Als die Vereinigung der Republik auf dem Spiel stand, wurden die Religionen der Eingeborenen als Gefahr angesehen, welche man zunächst als Atheisten und in der Konsequenz als Kommunisten ansah. Die Dayak waren in einer Situation gefangen, die nicht gewonnen werden konnte und wurden zu Verdächtigen in der Anti-Kommunistischen Bewegung in den späten 1960er Jahren. In den frühen 1970er Jahren begannen Verhandlungen zwischen der Provinz Kalimantan Tengah und der Nationalregierung über die Anerkennung der einheimischen Völker und Religionen. Dieser Prozess endete in den 90er Jahren mit der offiziellen Anerkennung von Kaharingan als Religion




Written by The Library of Congress - Country Studies

Data as of November 1992

Übersetzt von Reinhard Kuchenbäcker

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